GESUNDHEIT UND SIEDLUNGSUMGEBUNG
Die Einschränkungen durch die COVID-19 Pandemie haben vor Augen geführt, wie wichtig qualitativ gute Aussenräume im nahen Umfeld der Menschen sind. Eine grüne Siedlungsumgebung mit Erholungsfunktion leistet einen wichtigen Beitrag für das Wohlbefinden.
Die gesundheitspolitische Strategie des Bundesrates 2020-2030 sieht Chancen auf ein Leben in Gesundheit unter anderem in einer intakten Natur und Landschaft. Es gilt, die Umweltbelastungen zu reduzieren. Das wiederum birgt Synergien im Kampf gegen den Klimawandel als grosses Gesundheitsrisiko.
FREIWILLIGENARBEIT
In der Schweiz wird viel Freiwilligenarbeit für andere Menschen verrichtet. Diese ist im weiteren wie engeren Sinne oft mit Gesundheit verbunden.
Im Bereich Rollstuhlsport der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung (SPV) engagieren sich viele Freiwillige unentgeltlich. Was motiviert diese Menschen für Freiwilligenarbeit?
Dieser Frage bin ich in meiner Masterarbeit nachgegangen, die im Rahmen meines Studiums der Gesundheitswissenschaften an der Universität Luzern entstand. Um Antworten zu finden, interviewte ich zwölf Freiwillige. Meine Interviewteilnehmerinnen und -teilnehmer gaben mir einen wertvollen Einblick in ihre Tätigkeiten für die SPV, die sehr vielfältig sind. Sie unterstützen die Athletinnen und Athleten teilweise seit vielen Jahren als Helfer oder Kampfrichter an Sportanlässen, als Fahrer oder Betreuer auf Reisen, als Schiedsrichter, Trainer, Trainerassistenz oder als Mitglieder der Technischen Kommissionen. Generell gehört Freiwilligenarbeit auch in anderen Bereichen bei der Mehrheit der Interviewten als fester Bestandteil zum Leben.
Für viele Freiwillige ist der Sport wichtig und dass sie ihre Unterstützung auf einem Gebiet einbringen können, das sie als sinnstiftend bewerten. Dass es schlussendlich die SPV ist, hat mit ihrem sozialen Netzwerk, aber auch Zufällen zu tun. Die Freiwilligen beschreiben sich als neugierig, flexibel, empathisch und kontaktfreudig. Es wird geschätzt, dass es bei ihrer Tätigkeit mehrheitlich um sporadische Einsätze geht, wo sie Häufigkeit und Inhalt nach Vorlieben und Fähigkeiten wählen können. Die Freiwilligen erhalten keine oder nur eine symbolische finanzielle Entschädigung. Wichtig ist hingegen, dass der Rahmen, innerhalb dessen sie sich engagieren, stimmt. Dazu zählen eine offene Kommunikation, ein guter Informationsaustausch unter allen Beteiligten oder eine gute Verpflegung bei Anlässen. Die Zeichen der Wertschätzung und Dankbarkeit von der SPV und den Athletinnen und Athleten spielen eine wichtige Rolle für die Motivation, freiwillig tätig zu sein. Die Freiwilligen schätzen es, wenn auch bei Unstimmigkeiten der Umgang miteinander respektvoll ist. Sie berichten, dass sie sich wie in einer Familie fühlen, aufgehoben, und unter Freunden. Die vielen Kontaktmöglichkeiten mit anderen Freiwilligen und die Nähe zu den Sportlerinnen und Sportlern, die für ihre ausserordentliche Leistung sehr bewundert werden, machen einen grossen Teil des Reizes ihrer Tätigkeit aus. Was auf keinen Fall fehlen darf ist Freude und Spass an der Tätigkeit. Die Freiwilligen berichten von bereichernden Erlebnissen und neuen Erfahrungen, die sie machen können, nicht zuletzt durch den Einblick in die Welt von Menschen mit einer Behinderung. Sie wünschen sie mehr Präsenz und Werbung für den Behindertensport, der ihnen ans Herz gewachsen ist.
Aus den Interviews wird ersichtlich, welche Motive und Anreize die Menschen bewegen, sich zu engagieren. Freiwillige geben ihre Zeit und Unterstützung, und wünschen sich im Gegenzug Erlebnisse und Spass. Eine Organisation kann erfolgreich Freiwillige rekrutieren, wenn sie diesen Bedürfnissen gerecht wird. Ein Weg dazu ist, Freiwillige als Kunden zu betrachten und eine optimale Kundenorientierung und -betreuung zu etablieren.
Zusammenfassung meiner unveröffentlichten Masterarbeit (Gander, Marlis, 2021: Dealing with volunteering – what motivates. A qualitative approach to volunteers’ experiences in the sports world of Swiss Paraplegics Association. Master’s Thesis: In partial fulfillment for the requirements for the Degree of Master of Science, Department Health Sciences and Medicine, University of Lucerne).